Blasorchesternoten Magazin - Blasorchester Salinia
Légère Blätter im Überblick

Vorteile und Unterschiede von Légère Kunststoffblättern zu Holzblättern bei Saxophonen

   

Donnerstag, 11. März 2021
Letzte Änderung: 17. Juni 2021

Die Auswahl an Blättern für Holzblasinstrumente ist riesig. Als Neuling in dieser Welt wird man förmlich überrumpelt. Ich selbst spiele seit mehr als neun Jahren Saxophon und habe auf einfachen Holzblättern der Marke Vandoren begonnen. Aber bereits bei dem Wort "einfache Holzblätter" kann man stutzig werden. Denn ein Holzblatt ist nicht gleich ein Holzblatt. Allein von Vandoren gibt es sieben verschiedene Blattschnitte, Traditionell, V12, V16, V21, JAVA Red, JAVA Green und ZZ, die sich alle unterscheiden. Für Anfänger eignet sich der traditionelle Schnitt, bei mir auch die "blauen" Blätter genannt, sehr gut, da sie sehr rein klingen und zudem gut ansprechen.

Im Laufe der Zeit habe ich zunehmend größere Probleme beim Spielen mit Holzblättern bekommen. Das Material war sehr unbeständig, die Blätter sind nach nur einer Stunde spielen durchgeweicht und verändern dadurch ihre Stärke. Einen Tag ließ sich das Blatt gut anspielen, ein anderen Tag war es gewellt und es ließen sich nur schwer Töne erzeugen, auch der Sound war nicht so beständig, wie ich ihn gerne gehabt hätte. Ich habe mich also auf die Suche begeben, die Seite von Thomann geöffnet und nach allen möglichen Holzblattmarken Ausschau gehalten, sie bestellt, getestet und? Ich hatte bei allen Blättern die gleichen Probleme und wurde immer unzufriedener, sie waren super unbeständig, für lange Übeeinheiten für mich nicht geeignet und ich verspürte nicht den Widerstand des Blattes den ich zum Spielen brauchte. Meine Suche hatte mich also kein bisschen nach vorne gebracht.

Bei einer erneuten Recherche bin ich auf Kunststoffblätter für Holzblasinstrumente gestoßen, diese weckten großes Interesse bei mir, jedoch schreckte mich der doch recht hohe Preis vorerst ab. Ich schaute weiter und letztlich habe ich mir dann ein Légère Signature Kunststoffblatt für Altsaxophon gekauft. Die Umgewöhnungsphase dauerte etwas länger als erwartet, aber ich habe schnell große Freude daran gefunden. - seit diesem Punkt spiele ich mein Altsaxophon nur noch mit Kunststoffblättern von Légère. 

Die Vorteile von Kunststoffblättern

Ein Kunststoffblatt ist, wie der Name schon sagt, aus Kunststoff und damit aus einem Material, was von Natur aus nicht arbeitet. Holz ist ein Stoff, der auch in Form eines Blattes für Saxophon oder Klarinette immer in Arbeit ist, dies ist übrigens der Grund, weshalb sich die Blätter gelegentlich wellen. Was heißt das nun für das Kunststoffblatt? Nun ja, das Blatt arbeitet nicht, was heißt, die Qualität und das Material sind länger erhalten und dadurch deutlich beständiger. Zudem ist das Blatt etwas robuster und es geht nicht so schnell kaputt. Dadurch, dass die Qualität des Blattes sehr beständig ist, bleibt die Freude beim Spielen sehr lang erhalten, UND das Blatt kann nicht durchweichen. Mir ist es passiert, dass ich jetzt - zu Zeiten von Corona ohne jegliche Konzerte - schon fast ein Jahr auf meinem Légère Blatt spiele, ohne, dass sich etwas an der Qualität oder dem Sound verändert hat. In diesem Punkt hat das Kunststoffblatt die Nase also deutlich vorn. 

Die Nachteile von Kunststoffblättern 

Nun gut, der Preis der Blätter ist wirklich gewöhnungsbedürftig, ein Blatt für das Altsaxophon kostet dann mal eben 30€. Aber sind wir mal ehrlich. Ich kaufe mir ein Légère Blatt, spiele dies sechs, wenn es gut läuft zehn bis zwölf Monate und muss mir dann ein neues kaufen. Wie viele Holzblätter haut man als aktiver Saxophonist binnen 6-12 Monaten durch? Ich würde sagen mindestens 10 Blätter, was einer ganzen Packung von Vandoren Blättern entsprechen würde. Eine solche 10er Packung kostet dann aber auch um die 28€, wobei bei Holzblättern immer das Risiko besteht, dass nur acht Blätter einer Packung spielbar sind und einige sich gar nicht oder nicht gut spielen lassen. Von daher nimmt es sich preislich, wenn man es hochrechnet, also kaum etwas. 

 

Ich möchte hiermit keinesfalls die Holzblätter schlecht reden. Vor allem für Anfänger ist es sinnvoller, auf Holz zu starten, da die Stärke der Blätter dort recht schnell variieren kann. Zu dem zerbricht man zu Beginn das ein oder andere Blatt mehr, als wenn man bereits einige Jahre Erfahrungen gesammelt hat. Sicherlich gibt es viele Saxophonisten, auch Profimusiker, die mit Holzblättern super klarkommen, auch dies möchte ich nicht bestreiten. Alle Informationen, die ich hier preisgebe, sind eigene Erfahrungen, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe. Mir ist des Öfteren zu Ohren gekommen, dass Kunststoffblätter mit Holzblättern nicht mithalten können. Diese Aussage möchte ich widerlegen. Ein Blatt ist etwas sehr persönliches, genauso wie das Mundstück und natürlich das eigene Instrument. In erster Linie sollte man sich selbst mit seinem Material identifizieren und sich selbst beim Spielen wohlfühlen. Meiner Meinung nach spielt es also keine Rolle, ob man nun ein Blatt aus Kunststoff oder aus Holz spielt, wichtig ist das eigene Wohlbefinden dabei, der Klang entwickelt sich von allein, und auch dieser kann sowohl auf Holz als auch auf Kunststoff wunderschön sein. 

 

Nun möchte ich euch noch die verschiedenen Blätter der Marke Légère vorstellen, es gibt insgesamt vier verschiedene "Cuts". 

Signature Collection

Die Signature Collection zeichnet sich durch einen mittelhellen aber trotzdem fokussierten Klang aus. Die Blätter werden weltweit von fortgeschrittenen und professionellen Spielern des Jazz aber auch der Klassik verwendet. Dadurch, dass sie so weit verbreitet sind, sind die Blätter für Sopranino-, Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon erhältlich. Somit ist die Signature Reihe die einzige von Légère, die auch für Sopraninosaxophone erhältlich ist. Die Signature Blätter unterscheiden sich von der Stärke nicht so sehr von den Holzblättern. Auf dem Alt- und Tenorsaxophon empfiehlt es sich eine viertel Stärke stärker zu nehmen als auf den Holz (Ausgangspunkt blaue Vandoren). Wobei es sich beim Sopran- und Baritonsaxophon empfiehlt eine viertel Stärke schwächer zu nehmen. Es bedarf eine gewisse Eingewöhnungsphase und den ein oder anderen Test.

Sopranino

Da das Sopraninosaxophon sehr selten ist, ist die Auswahl an Stärken nicht so breit gefächert wie beispielsweise bei dem Altsaxophon. 

Classic Collection

Die Classic Collection geht - wie der Name schon sagt - in die klassische Richtung. Die Blätter zeichnen sich durch einer etwas dickeren Spitze aus, und haben zudem einen dunkleren und sehr fokussierten Klang. Der Schnitt ist sehr langlebig und Ideal für den klassischen Bereich. Die Blätter sind für Sopran-, Alt-, Tenor-, Bariton- und Basssaxophon erhältlich. Es empfiehlt sich bei den Classic Blättern ungefähr eine viertel bis halbe Stärke schwächer zu nehmen als bei den traditionellen (blauen) Vandoren Blättern. Denn die Kunststoffblätter sind etwas Stärker als die aus Holz. 
PS: dieser Cut ist mein persönlicher Favorit;-)

... viele, viele mehr...

Ein weiterer Cut ist der Studio Cut. Dieser Cut verwendet das gleiche Material wie die Classic Blätter, ist jedoch modifiziert worden und dadurch etwas reaktionsschneller. Zudem erklingen beim Spielen weniger Obertöne und die Spielfreude wird durch das weiche Material gesteigert. Dieser Cut ist ausschließlich für das Alt- und das Tenorsaxophon erhältlich. Der letzte Cut ist der American Cut. Dieser zeichnet sich durch seine Leichtigkeit aus und gibt dem Spielern die Möglichkeit, spielendleicht mit bunten Klängen Saxophon zu spielen. Der Klang des Blattes ist sehr hell. Er ist ebenso nur für das Alt- und das Tenorsaxophon erhältlich. 

Berühmte Saxophonisten über Légère Blätter

Auf der offiziellen Website von Légère wurde eine Liste bekannter Musiker veröffentlicht, die diese Blätter nutzen. Arno Bornkamp - ein niederländischer Saxophonist - sagte beispielsweise:

"I believe, that playing Légère reeds is helping me a lot in order to find a good balance in my sound-production: timbre, volume, response and colour palet are directly accessible"

- Zitat abgerufen über Légère Website

Aber auch Ryo Noda - Saxophonist und Porfessor an der Osaka University Japan - nutzt diese Blätter und beschreibt sie folgendermaßen:

"This reed is a great piece, as it guarantees a beautiful sound without running out of resources and financially burdening the musician. Give time to pursue musical expression without spending time for reeds"

- Zitat abgerufen über Légère Website

Natürlich gibt es von Légère auch Blätter für Klarinette, Oboe und Fagott, diese wurden bewusst nicht mit einbezogen, da sie von mir nicht getestet wurden. Viel Spaß beim Stöbern!

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