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Joe Zawinul

Joe Zawinul wurde am Donnerstag, 7. Juli 1932 in Wien (AU) geboren. Er starb am Dienstag, 11. September 2007 in Wien (AU).
https://www.joezawinul.com

Kurzlebenslauf

  • 1952 erste Versuche als Jazzmusiker
  • 1954 Mitbegründer der Austrian All Stars
  • 1956 Wechsel zu Two Sound Band
  • 1959 Studium in Boston
  • 1961-1970 Quintett von Cannonball Adderley
  • 1962 Heirat Maxine
  • 1966 Hit Mercy, Mercy, Mercy
  • 1977 Welthit Birdland
  • 2004 Club Birdland in Wien

Weitere Informationen zu Joe Zawinul

Jugend

Zawinul kam aus bescheidenen Verhältnissen, doch war immer sehr stolz auf seine sehr multikulturell geprägte Familie, eine Gemeinschaft hartarbeitender, einfacher und liebenswerter Menschen. Im Alter von sechs Jahren bekam Zawinul ein Akkordeon geschenkt und erhielt fortan Unterricht bei einem Musiklehrer. Gemeinsam mit seiner musikalischen Familie sang er schon früh tschechische und slowenische Weisen, Polkas und Ländler. Nach nur einem dreiviertel Jahr beendete der Musiklehrer den Akkordeon Unterricht, mit den Worten „Frau Zawinul, ich kann dem Bub nichts mehr beibringen, der hat so viel Talent für Musik, der sollte eigentlich ins Konservatorium gehen“. Es stellte sich heraus, dass er über ein absolutes Gehör verfügte und er erhielt einen Freiplatz – also kostenlosen Unterricht – am damaligen Konservatorium der Stadt Wien, wo er zudem Unterricht in Klavier, Violine und Klarinette nahm. Er bereitete sich anfangs auf eine Karriere als Pianist vor, dieser Aufgabe kam er jedoch eher als Pflicht nach. Der Film Stormy Weather (1943) hinterließ einen tiefen Eindruck bei Zawinul, so dass er sich ihn 24-mal anschaute. Eine seiner LPs war eine Weather Report-LP und hieß Heavy Weather, sie erschien im Jahr 1977. 

Modern Jazz

Im Alter von zwölf Jahren wurde er zum ersten Mal mit der Jazzmusik konfrontiert und wurde sofort von ihr gefangen genommen. Gemeinsam mit einem Studienfreund – Friedrich Gulda – arbeitete er ab 1952 als Jazzmusiker zusammen. Nach den ersten Erfahrungen im Jazzbereich und diversen Combos wurde er 1954 zum Mitbegründer – gemeinsam mit Hans Salomon – der Austrian All Stars. Die Plattenaufnahmen erfuhren durch Förderungen internationalen Anklang. Im Jahr 1956 wechselte er zu der damals erfolgreichsten österreichischen Jazzband Two Sound Band von Fatty George.

Er bewarb sich für ein Stipendium an der Berklee School in Boston und reiste schließlich im Januar 1959 für vier Monate mit nur 800 Dollar in die USA. Sein Ziel bei der Reise in die USA war es, nicht mehr dauerhaft nach Europa zurückkehren zu müssen, dieses Ziel machte er wahr. Am Abend seiner Ankunft in New York ging er in einen Club, traf Wilburg Ware, Louis Hayes und jammte gemeinsam mit Charlie Mariano. Nur zwei Tage später erhielt Zawinul einen Anruf der Impresario George Wein, welcher einen Pianisten für Ella Fitzgerald suchte, Zawinul nahm den Auftrag an und bewährte sich. Einige Zeit später wurde er von der Maynard Ferguson Band als Pianist engagiert, die Band begleitete er acht Monate. Er brach daraufhin seine Ausbildung in Boston ab und ließ sich in New York nieder. 

Er wurde von Dinah Washington als Pianist engagiert und blieb bei ihr für zwei Jahre. Miles Davis wurde schließlich auch auf Zawinul aufmerksam und engagierte ihn für seine Band. Zawinul lehnte dieses Angebot jedoch ab, da es für ihn noch nicht an der richtigen Zeit dafür gewesen sei. 

Im Jahr 1962 heiratete er Maxine, die beiden lernten sich im berühmten New Yorker Jazzclub Birdland kennen. 

In den kommenden Jahren spielte er im Quintett von Cannonball Adderley. Seinen ersten großen Hit lieferte Zawinul im Jahr 1966 Mercy, Mercy, Mercy, welcher aus einer Begleitfigur eines Songs für Dinah Washington entstanden ist. Von dem Song wurden über 1 Millionen Singles verkauft und ist bis heute die meistverkaufte Jazzaufnahme. Zawinul spielte bei der Aufnahme auf einem Wurlitzer Electric Piano, bei LP auf einem Fender Rhodes. Miles Davis war von dem warmen Klang des E-Pianos so angetan, dass er seinem Bandmitglied Herbie Hancook nur eine Woche nach der Veröffentlichung der LP auch ein E-Piano kaufte. 

Electric Jazz: Weather Report

Die entscheidende Phase der Entwicklung des Fusion-Stils ging aus der Zusammenarbeit Zawinuls mit Miles Davis in den Jahren 1969/70 hervor. Die in der Zeit bahnbrechende LP war In a Silent Way, welche 1969 erschien. Es folgte das Album Bitches Brew im Jahr 1970, das direkt an den Vorgänger anknüpfte und noch mehr Raum für die freie Improvisation brachte. Im November des Jahres 1970 gründete er gemeinsam mit dem Saxophonisten Wayne Shorter die Jazz-Rock Formation Weather Report, Polyrhythmen standen im Vordergrund. In den Jahren 1976-1982 übernahm Jaco Pastorius den Bass, die Zeit gilt als Hochpunkt der Band. Der Größte Erfolg galt der Zeit bis in Jahr 1985 und zeichnete sich unter anderem durch den von Zawinul 1977 komponierten Welthit Birdland aus. 

World Jazz: Zawinul Syndicate

Die höchsten Gagen seiner Musikerlebens erhielt er in den Jahren 1986 bis 1989 in denen er Konzerte mit Friedrich Gulda gab, jedoch absolvierte er diese Konzerte nur ungern. 

Seit 1988 war Zawinul dabei mit seinem Ensemble – Zawinul Syndicate – einen eigenen unverkennbaren Stil zu erarbeiten, er sollte die Grenze zwischen Jazz, Welt- und Tanzmusik auflösen. 1991 produzierte, arrangierte und spielte er die Aufnahmen für das Album Amen für den Sänger Salif Keita. Miles Davis sagte Zawinul erst zu, bestand jedoch auf höhere Gagen und war dann nicht beteiligt. Das Album wurde in Frankreich zu der besten Weltmusikplatte aller Zeiten gewählt. 

Ein weiteres großes Projekt nahm er zwischen 1992 und 1996 in Angriff. Er nahm das Album My People gemeinsam mit 35 Musikern aus der ganzen Welt auf. Die musikalischen Einflüsse hierfür stammten aus Afrika, der Karibik, Südamerika, Europa, dem nahen Osten und den USA. Zawinul verband diese Einflüsse zu einer universellen Musiksprache, die es so zuvor nirgends zu hören gab. 

Projekte

In seinen letzten beiden Lebens Jahrzehnten widmete er sich diversen Projekten. Ein Projekt war beispielsweise die Eröffnung eines Jazz- und Musikclubs im Souterrain des Hilton Hotels, er nannte es Birdland und die Eröffnung war im Jahr 2004. Durch ein sehr unrealistisches Konzept geriet der Club schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Die Kulturabteilung der Stadt Wien half dem Club, sie verbesserten die Angebote und die erste Hürde wurde gemeistert. Das Konkursverfahren für den Club wurde im August 2008 eröffnet, letztlich musste der Jazzclub schließen. 

Tod 

Nur eine Woche nach seiner sechswöchigen Europatournee wurde Zawinul aufgrund einer seltenen Hautkrebserkrankung, einem Merkelzellkarzinoms, ins Wiener Krankenhaus eingeliefert. Am 11. September 2007 folgte er jedoch dem Weg in den Himmel zu seiner Frau, die bereits am 26. Juli desselben Jahres verstorben ist. 

Der Bürgermeister der Stadt Wien veranlasste, dass Zawinul ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof erhielt. Die Urne Joe Zawinuls und seiner Frau Maxime ruhen im Grab Nr. 39 der Gruppe 33G. 

Zawinul über seine Musik

„Meine Musik ist kompliziert zu spielen, aber einfach zu hören. Das ist das Geheimnis. Cannonball Adderley once told me: ‚You write such difficult music, but when you play it – it’s clear.‘ “

– Joe Zawinul, 2003

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